Treffen Sie Tudyka, mit ihren Einflüssen und Fotografen

Durch Das Gigstarter team am 22-09-2020

Tudyka ist zuallererst eine Gruppe. Die Sängerin Caroline und Fotograf Bruno Aussillou öffneten das Tor zu ihrem Universum, welches sich irgendwo zwischen Frankreich und Deutschland befindet.

Wer ist Tudyka ?

Tudyka, zuallererst bin ich: Sängerin, Autorin, Komponistin und Interpretin. Dazu kommen einige Musikern, der Schlagzeuger John Shamir, welcher auch der Regisseur des ersten und des zweiten Albums ist, an dem wir gerade arbeiten. Außerdem unser Gitarrist, Fabien Morne und letztlich lernten wir einen großartigen Keyboarder kennen, gebürtig aus Vietnam, welcher auf unserem zweiten Album zu hören sein wird.

Wie fing es an ?

Es begann vor sehr langer Zeit. Wir machten alles umgekehrt und starteten mit der Aufnahme des Albums. Das Album geht sehr in Richtung elektro und wir fanden es sollte live auf der Bühne als leichtere Version gespielt werden. Uns war bewusst, dass wir dem Album auf der Bühne so nicht treu bleiben konnten, also haben wir die Sache einfacher gemacht und ein Trio zusammengestellt: Mit mir, als Pianistin, der Schlagzeuger mit seinem Hybriden drum Set und einem E-Gitarristen. Der Sound ist sehr rockig, jedoch ohne dass er Hardrock ähnelt. Tatsächlich ist der Sound sehr groovy. Drüber hinaus haben wir Lieder in 3 Sprachen. Es ist Poesie, ich vertonte Nietzsche und Else Lasker-Schüler, ich mache meine Ideen zu Musik. Das zweite Album wird hauptsächlich aus meinen eigenen Texten bestehen und ebenfalls in 3 Sprachen erscheinen.

Trotzdem habe ich alleine angefangen...Die Geschichte ist Folgende: Ich traf mich an einem Samstagabend mit meinen Freundinnen, unter denen eine Philosophin ist. Ich hatte ihr schon oft Nietzsche auf Deutsch zitiert und sie war letzendlich diejenige die sagte ich solle Musik hinzufügen. Allerdings hatte noch nie zuvor ein MAO gemacht und habe im Laufe der Zeit dazugelernt. Anschließend hatte ich 3-4 solcher Lieder. Wir hatten uns gerade mit Bruno getroffen und er war derjenige der mir riet nach Musikern zu suchen. Nach 2 Jahren wechselten wir das Team, ich traf meine heutigen Musiker und jetzt spielen wir seit 2016 zusammen.

Ihre Musik beinhaltet eine Menge Philosophie, eine Menge Gedichte...

Aber sie ist nicht nur intellektuell, sie ist süß, sinnlich... Nietzsche, es geht auch um Gedichte. Sie hat Tiefe, sie ist schön, sie handelt von Liebe, Sehnsucht, Ewigkeit...... Sie ist mehr ein Konzept, ich liebe die Poesie... Ich habe auch die Dichterin Else Lasker-Schüler im Repertoire, in der ich an der Hochschule meinen Magister in Poesie gemacht habe. Manchmal spiele ich für eine Forschungsgesellschaft für Exil und wir spielen für Konferenzen.

Können Sie zwischen Frankreich und Deutschland wählen ?

Frankreich.

Bruno : Zahlreiche ihrer Einflüsse kommen durch ihre Zeit in Frankreich. Zum Beispiel kannte sie Gainsbourg nicht, und das hat sie geprägt. Französisches Chanson ist nicht dass was sie bevorzugt, ich meine, die Sängerinnen und Sänger von heute, da sie vom Wesen her sehr angelsächsisch ist. Auf der anderen Seite gibt es zwei Sänger die einen großen Einfluss auf sie hatten: Gaisbourg und Arthur H.

Arthur H & Feist - La Chanson de Satie

Und Bruno, wann haben Sie Tudyka kennen gelernt ?

Ich habe sie 2007 kennen gelernt. Sie war bereits lange in Frankreich.

Tudyka : Ja, ich habe hier die Schule abgeschlossen, zuerst eine Musikschule und dann und dann die Universität. Ich bin tatsächlich schon länger in Frankreich als in Deutschland. Frankreich gefällt mir sehr gut.
Bruno : Als wir uns kennen gelernt haben wollte sie eigentlich dort mit Musikern spielen. Zu Beginn hatte sie nicht vor, wieder zu spielen. Sie war in der Kreation, aber nicht in der Interpretation.

Sie sprachen über die angelsächsische Seite von Tudyka. Spüren Sie diese in Ihrer Arbeit ?

Ja, ihre Herkunft ist angelsächsisch und so ist ihr Image. Sie ist keine Französin, also hat sie auch nicht den typisch französischen Charakter. Sie mag die neue Generation französischer Sänger nicht besonders.
Tudyka : Dass stimmt, es gibt ein paar Lieder die ich mag aber ich würde sie mir nicht live anschauen. Gainsbourg oder Arthur H. allerdings sind anders. Sie sind echt.

Bruno : Und Gainsbourg ist sehr stark von Jazz und klassischer Musik inspiriert…
Tudyka : Außerdem kennt jeder Gainsbourg! Und dann gibt es auch Rapper, die ich mag, zum Beispiel Nekfeu! Ich glaube, wir alle lieben die Musik mit der wir aufwachsen... Und ich liebe seinen Song mit Ed Sheeran, weil es an einem Punkt auf Englisch beginnt und wirklich groovt.
Das ist mir am wichtigsten: Es muss grooven.

Aber es ist ein bisschen paradox, nicht wahr ?

Nun mit anderen Worten, es ist Musik in meinem Liedern, es ist eine musikalische Forschung! Die Liedtexte sind sehr wichtig, sie müssen gut geschrieben sein.

Bruno : Ich meine, im französischen Chanson kommt Text vor der Musik. Aber Sie ist beides zur gleichen Zeit.
Tudyka : Das stimmt es, wäre radikal zu sagen dass ich keine Lieder mit Texten mag, aber ich mag dass die Musik auch wichtig ist. Was ich hier oft vermisse ist die Musikalität. Allerdings habe ich einen Freund der Songs auf seiner Gitarre stellt und seine Texte sind unglaublich!
Bruno : Sie mögen Arthur H., aber Sie mögen Higelin nicht...

Und was halten Sie von -M- ?

Tudyka : Mir gefällt die Metamorphose die er kreiert hat, ich finde sie wirklich schön. Außerdem ist da noch seine Großmutter, eine außergewöhnliche Dichterin... Eine sehr schöne Familie.

Bruno : Und sein Vater, was er wann getan hat, als -M- war nicht bekannt. Es ist so eine Sache der Generation.
Tudyka : Aber Nougaro zum Beispiel, ich liebe ihn. Es war eines der besten Konzerte meines Lebens. Es fand im Parc Floral statt, sechs Monate vor seinem Tod. Und dann hat er sich tatsächlich auf die Bühne gesetzt und einfach so mit dem Publikum gesprochen. So einfach... und es standen nur junge Musiker dahinter, es war absolut genial.

martyrials Tudyka par Bruno Aussillou

Apropos Auftritte, wie war der Lockdown für Sie ?

Wir haben eine Menge Livestreams gehabt. Jeden Sonntag und es lief gut. Es ist eine gute Möglichkeit mit dem Publikum in Kontakt zu bleiben und es ist witzig, denn am Anfang war ich tatsächlich nervös. Ich habe viel Zeit damit verbracht mein Wohnzimmer vorzubereiten, ich war wirklich nervös. Seltsam ist, dass man nichts hört wenn man spielt (kein Applaus vom Publikum). Wir geben jetzt auch vermehrt Hauskonzerte.

Und wenn Sie irgendwo in Europa auftreten könnten, welchen Veranstaltungsort würden Sie wählen ?

Das Olympia. Aber es ist so teuer... Oder das Mogador, aber dort gibt es weniger Konzerte...

M - Superchérie

Können Sie mir etwas über Ihren Lieblingsautor erzählen ?

Mein französischer Lieblingsautor ist zum Beispiel Marcel Proust. Einfach schön, da ist Ästhetik in seinem Schreiben: es ist rhythmisch, es ist musikalisch... es ist wunderschön und es ist tiefgründig. Sehen Sie, wenn man Herzschmerz hatte und man Un Amour de Swann liest, leidet der Mann. Man hat es selbst durchlebt und findet sich in den Details seiner Schriften wieder. Es ist unglaublich, es inspiriert mich.

Wie läuft es wenn Sie schreiben, wenn Sie komponieren ?

Sehr oft sitze ich am Klavier, improvisiere und finde eine Partie die ich mag. Dann baue ich sie etwas aus und so geht es Stück für Stück. Oft finde ich den Text zur selben Zeit.
Manchmal lasse ich es einfach beiseite, wenn ich etwas nicht mehr mag verändere ich alles oder höre auf…

Und wenn Sie an den Fotos arbeiten, wie geht es dann weiter ?

Wir sprechen über die Texte, die Musik, die Atmosphäre... Zum Beispiel wird das zweite Album Talisman heißen und ich habe die Farbe Blau gesehen. Ich wollte dass es blau in der Atmosphäre ist, in der Idee, im Gefühl. Wir hatten also eine Sitzung und ich brachte eine Menge Kleider mit. Wir probierten neue Kleider an und gingen dann zu Jardin des Plantes.

Bruno : Mir gefällt es, dass meine persönliche Arbeit dem nahe kommt, was ich mit Tudyka mache.
Tudyka : Bruno hat den Ausdruck meiner Musik und mir eingefangen. Es ist wie Patty Smith mit Robert Mapplethorpe. Ohne Bruno wäre es weniger poetisch.

Sie sind, ähnlich wie Gigstarter, sehr international. Was halten Sie von der Plattform ?

Mir gefällt die Plattform. Sie ist gut gemacht, man kann eine Menge Dinge und Parameter setzten. Wir können verhandeln, wir können reden. Wir spielten zum Beispiel im Théâtre de la Ville auf der Ile Saint Denis, wir hatten ein kleines Budget und ich konnte Bruno und den Musikern etwas geben. Ich bin mit null rausgekommen, aber nicht im negativen Sinn und das ist schon viel für solche Konzerte !

Was sind Ihre zukünftigen Projekte ?

Im Moment haben wir Livestreams, Hauskonzerte. Dann beginnen wir im Oktober mit der Aufnahme unseres Albums, welcher wir in Vincent Marie Bouvots Studio "The Unreal World" in der Bretagne aufnehmen werden. Anschließend werde ich einen Videoclip mit einer Tänzerin drehen, da ich das Tanzen liebe und ich habe eine Freundin gefragt ob sie zu einem meiner Lieder tanzen könnte. Ich mache meine eigenen Videos, ich liebe es. Ich werde es filmen, eine Geschichte mit dem Text kreieren und es wird gut passen. Dazu kommt unser Projekt mit einer befreundeten Malerin, sie wird Bilder zu meinen Texten malen und wir werden gleichzeitig eine Ausstellung zu einem Konzert machen. Covid war für mich eine sehr inspirierende und kreative Zeit!

Tudyka - Oh Mensch Gib Acht !

Sie finden Tudyka auf Ihren sozialen Netzwerken und in ihrem Gigstarter Profil dazu auch in Brunos Fotos auf seiner website.

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Tags: Deutschland, fotograf, composition, Sängerin, interview, tudyka, international